Es gibt kein Perpetuum mobile mehr

Feuilleton | aus FALTER 34/10 vom 25.08.2010

Der deutsche Regisseur und Universalkünstler Christoph Schlingensief ist seinem Krebsleiden erlegen

Nachruf: Wolfgang Kralicek

Als Christoph Schlingensief für das New Yorker Kunstzentrum P.S.1 einmal eine Radiosendung gestaltete, wurde auch das deutsche Titellied der Kindersendung „Sesamstraße“ angespielt. „Wer? Wie? Was? Wieso? Weshalb? Warum? Wer nicht fragt, bleibt dumm.“

Damit ist alles gesagt, was diesen nimmermüden Künstler zeitlebens angetrieben hat: Schlingensief ging mit den Augen eines neugierigen Buben durch die Welt, und wenn er etwas nicht verstanden hat, dann fragte er halt nach. Wie ticken Neonazis? Kann uns die Kirche noch helfen? Warum macht eigentlich keiner mehr Revolution? Und warum haben die Arbeitslosen immer noch keine eigene Partei?

Und weil ihm die Erwachsenen auf seine Fragen keine Antworten geben konnten, musste er sie eben selber herausfinden. Er inszenierte „Hamlet“ mit Neonazis, er spielte Michael Kühnen und Rudi Dutschke, er gründete eine Kirche


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