Ein halbwegs prominenter Platz in der Geschichte

Feuilleton | aus FALTER 34/10 vom 25.08.2010

Ein neues Porträtalbum zeigt, wie der Wiener Komponist Hans Gál gleich zweimal zum Opfer der Zeitläufte wurde

Porträt: Carsten Fastner

Das waren goldene Zeiten für die Musik: „Die Partitur, ehedem das ausschließliche Vorrecht des Musikers von Beruf, ist heute bereits Gemeingut aller musikliebenden und für Musik interessierten Kreise“, schrieb Hans Gál 1923 ins Vorwort seiner „Anleitung zum Partiturlesen“.

Nun wird man das Notenstudium klassischer Musik mittlerweile kaum mehr als „Gemeingut“ bezeichnen können. Doch denjenigen, die diese Kulturtechnik noch beherrschen, gilt Gáls Einführung unvermindert als Standardwerk; die Universal Edition hält sie bis heute in ihrem Katalog. So hat Hans Gál doch noch einen halbwegs prominenten Platz in der Musikgeschichte gefunden. Als Komponist jedoch, der er eigentlich war, wurden er und sein Werk gleich zweimal zum Opfer der Zeitläufte.

In jenen goldenen Zeiten für die Musik war der Sohn ungarischer Juden, 1890 in Brunn am Gebirge


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