Stadtrand

Urbanismuskolumne

Stadtleben | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 34/10 vom 25.08.2010

Bald ist er da, der Wiener Draußenrauchwinter

Schnell noch ein Hochsommerthema abhandeln, bevor der ganze Hitzezauber auch schon wieder vorbei ist. Hat es bei Ihnen heuer auch mal aufs Eis getropft und das Wasser lief dabei nicht in Ihrem Mund, sondern ein paar Meter oberhalb zusammen? Sicher, denn Wien wird langsam Las Vegas und immer mehr Gastrobetriebe lassen es bei hohen Temperaturen (also: über 21 Grad) in Schanigärten regnen. Genau: Tropischer Regennebel geht da über die Gäste nieder; „pfffft, pfffft“ macht das in nervig kurzen Zeitabständen. Oder gleich „pfffffffffff“ und hüllt Draußensitzer in – zugegeben angenehme – Kühle. Oh, leider haben Sie Ihren Regenmantel nicht dabei und auch kein Handtuch, um sich abzutrocknen? Egal, andere Leute haben schließlich auch nasse Sachen an. Die neue Vernebelungstaktik soll nur vom Heizkanonenwahnsinn ablenken, der uns bald wieder droht. Erst recht im ersten Wiener Nichtrauchlokalwinter. Da muss man schon den Gehsteig schön saunaheiß machen, damit die Pofler nicht in der Kälte stehen. Was sagt die Umweltstadträtin denn dazu?


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