Prost!

Flüssiges Konservenobst: Wiener Blutorangen aus Ottakring

Lexikon der Getränke. Diese Woche: Staud’s Blutorange

Stadtleben | aus FALTER 34/10 vom 25.08.2010

Man kann zu Fruchtsirupen ein zwiespältiges Verhältnis haben. Schuld an dieser Tatsache sind womöglich die picksüßen Flüssighimbeeren auf dem Pudding freudloser Kindergartenjahre. Aber auch sticky Orangeade hat ihr Bestes getan, um das Saftkonzentrat aus der Konserve in kulinarischen Misskredit zu bringen. Wer den Wasserpredigern zum Trotz dem durchsichtigen Glas Farbe geben und dabei ein wenig auf den Inhalt der Geldbörse achten will, kann das getrost mit etwas besseren, sprich meist teureren Sirupprodukten tun, weil die 1:7-Konzentrate im Vergleich zu den 1:1-Saftpaketen doch um einiges kostengünstiger sind. Die Firma Darbo hat es vor einigen Jahren vorgemacht, wie man dem altbekannten Inhalt (minus Farb- und Konservierungsstoffe) auch eine schöne Form verpassen muss, um ein Produkt aus den Tiefen der Preis- und Imagepolitiken zu holen. Die Ottakringer Edelmarke Staud’s hat neben Marmeladen, Kompotten und Sauergemüse auch flüssiges Obst im Sortiment. Da gibt es die vertrauten Sorten wie Himbeere und Johannisbeere, aber auch die weniger gebräuchlichen wie Weichsel, Grapefruit rosé und Blutorange im Programm. Leider kann der vielversprechenden Blutorange kein sonderlich gutes Zeugnis ausgestellt werden. Viel zu süß ist sie in diesem Fall, der fruchtig-saure Geschmack gerät ins Hintertreffen. Wenn man den Saft nicht mit Mineral-, sondern mit Leitungswasser mischt, dann nähert er sich den kleinen roten Exportsonnen Italiens geschmacklich nur wenig. Ach, wie schade. ms


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