Ins Mark

Über den Wolken

Der Kommentar zur steirischen Woche

Steiermark | aus FALTER 34/10 vom 25.08.2010

Gerlinde Pölsler leitet das Ressort Stadtleben im Steiermark-Falter

Müssen wir uns Sorgen machen? Ist es was Chronisches? Dass es was Ernstes ist, daran erlaubt ja der jüngste Auftritt des niederösterreichischen Landeschefs Erwin Pröll keinen Zweifel. „Lernen’S Deutsch“, herrschte er eine Journalistin an. Offenbar fantasiert er, in einem versunkenen Jahrhundert zu walten, als der Fürst es sich verbat, von einem Untertanen angeredet zu werden, von einer -tanin nicht zu reden.

Selbst der zu Gast weilende Hermann Schützenhöfer soll von derlei Sitten überrascht gewesen sein. Dabei genügt eine Woche, um zu sehen, wie arrogant auch die steirischen Parteien agieren: Sie glauben, über Regeln erhaben zu sein, und seien es solche, die sie selbst aufgestellt haben.

Seit Monaten sagt die SPÖ unter Anti-Stiftungsprivilegien-Kämpfer Franz Voves so gut wie nichts mehr zu den vielen offenen Fragen über ihre Stiftung. Nun wird auch noch bekannt, dass die Roten selbst gegenüber Finanzbehörden Unterlagen nicht herausrücken und Fristen einfach verstreichen lassen. Die ÖVP wiederum, Erfinderin der „Transparenzdatenbank“, gibt „keinen Kommentar“ auf die Frage nach ihrem Wahlkampfbudget. „Wir sind eine Partei“, heißt es, und tschüss. Ob und von wem sie Spenden kassieren, sagt keiner der beiden Großen – dabei überboten sie einander noch vor einem Jahr mit jeweils noch strengeren Vorschlägen für die totale Offenlegung der Parteifinanzen. FP-Chef Gerhard Kurzmann erhitzt sich derweil über die „Materialschlacht“ im Wahlkampf, in Graz aber rennt man alle paar Schritte in das Konterfei des Blauen.

Geht’s eigentlich noch? Können wir helfen? Wir würden echt gern – aber wo anfangen?


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