Milliardäre, werft das Geld weg!

Falter & Meinung | aus FALTER 35/10 vom 01.09.2010

Wie Vermögenden nicht nur vom Staat geholfen werden könnte – eine Antwort auf Armin Thurnher

Replik: Uwe Mattheiss

Das letzte Genie des deutschen Theaters, der kürzlich verstorbene Christoph Schlingensief, hat in visionären Arbeiten gesellschaftliche Entwicklung vielfach vorweg genommen, vielleicht auch „The Giving Pledge“, jene rührige, oder soll man sagen rührselige, Initiative von Milliardären in den USA, die mit Spenden dort einzuspringen, wo der als Nachtwächter abkommandierte Staat nicht mehr zu wirken vermag. „Rettet den Kapitalismus – Schmeißt das Geld weg!“ forderte Schlingensief 1999 und plante bis zu 100.000 Deutsche Mark Sponsorengeld der Deutschen Bank in kleinen Scheinen vom Berliner Reichstag herabregnen zu lassen. Was auf den ersten Blick als Motto der Milliardärsinitiative durchgehen könnte, erweist sich bei genauerer Sicht als vorgezogenes Lehrstück über ihren falschen Kern, der von Schlingensiefs messianischer Botschaft, sich selbst zu ändern und


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