Am Apparat

Haben Sie Angst vor Neonazis am Herzogstuhl, Herr Schmidt?

Telefonkolumne

Politik | aus FALTER 35/10 vom 01.09.2010

Der Ulrichsberg übersiedelt. Genauer gesagt, jene Weltkriegsveteranen sowie Rechtsextreme, die sich jedes Jahr am Kärntner Ulrichsberg treffen, um der Opfer der Weltkriege zu gedenken. Sie marschieren heuer erstmals am zwei Kilometer entfernten Herzogstuhl in der ÖVP-regierten Kärntner Gemeinde Maria Saal auf. Bürgermeister Anton Schmidt (ÖVP) will damit nichts zu tun haben.

Was sagen Sie als Bürgermeister dazu, dass das Ulrichsbergtreffen jetzt am Herzogstuhl stattfindet?

Das ist so, wie die Jungfrau zum Kind kommt. Ich hab damit gar nichts zu tun. Der Herzogstuhl steht im Gemeindegebiet Maria Saal und ist diesbezüglich eben benutzbar.

Werden Sie auch mitmarschieren?

Nein, ich hab mit denen wirklich gar nichts zu tun. Die machen dort ihr Feuer, so wie das früher auch am Ulrichsberg war. Aber die Gemeinde Maria Saal beteiligt sich daran nicht.

Befürchten Sie, dass Neonazis auftauchen? Das Verteidigungsministerium kritisiert, dass sich die Veranstalter zu wenig von Rechtsextremen abgrenzen.

Das kann schon sein, zu solchen Auswüchsen kann es immer kommen. Aber das ist Sache der Exekutive, damit hat die Gemeinde nichts zu tun. Es gibt diese Woche noch ein Treffen auf der Bezirkshauptmannschaft, da wird das auch angesprochen.

Wieso findet das Ulrichsbergtreffen jetzt ausgerechnet am Herzogstuhl statt? Was hat der für eine Bedeutung?

Der Herzogstuhl ist ein Kulturdenkmal. Dort fand in der Vergangenheit immer die Einsetzung der Herzöge aus Kärnten statt. Was ist denn in deren Sinne das Naheliegendste, als dass sie die Veranstaltung eben genau dort am Herzogstuhl abhalten?

Wie weit ist der Herzogstuhl vom Ulrichsberg entfernt?

Luftlinie sind es vielleicht zwei Kilometer, mit dem Auto werden Sie ungefähr fünf Kilometer fahren. Aber vom Herzogstuhl können Sie auf den Ulrichsberg schauen.

Interview: Nina Horaczek


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