7 Euro täglich

Politik | aus FALTER 35/10 vom 01.09.2010

Karl Frank muss sich jeden Kaffee überlegen. Porträt eines Wieners, der von 748 Euro lebt. So viel, wie die Mindestsicherung beträgt

Porträt: Julia Ortner

Der Haarschnitt: 5 Euro, privat geschnitten von einer Bekannten. Das blau-weiße Hemd: sieben Euro, Sonderangebot. Der kleine Braune im Brigittenauer Stadl: 1,80, das Mineralwasser: 1,90 Euro. Karl Frank, 55, sitzt im Gastgarten und rechnet vor sich hin. Er lebt mit Zahlen, er hat den Taschenrechner und das Haushaltsbuch quasi immer dabei. „Alles im Kopf“, sagt der gelernte Kaufmann. Ein Mann mit guten Manieren, der Blick ist wach, manchmal traurig und etwas erschöpft. Franks Alltag ist von drei Fragen bestimmt: Kostet das was? Muss das überhaupt sein? Und kann ich es mir leisten? „Das überlege ich bei jeder Investition. Auch, bevor ich mir einen 50-Cent-Kaffee am Automaten kaufe“, sagt er.

Frank lebt von 748 Euro Notstandshilfe monatlich, zuzüglich Mietbeihilfe. Damit erhält der erwerbslose Mann in etwa so viel, wie die

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