„Werd ned narrisch, i bin islamisch“ heißt es in der Leopoldstadt

Politik | Valentin Ladstätter | aus FALTER 35/10 vom 01.09.2010

Teppichboden, Säulen, Bücherregale an den Wänden, Ventilatoren und ein Raum, um sich vor dem Gebet zu waschen. Die Moschee in der Praterstraße ist auch für Besucher ein offener Ort. Einer der Gläubigen trägt ein T-Shirt mit der Aufschrift: „Werd ned narrisch, i bin islamisch.“ Es gibt hier keinen Grund, narrisch zu werden. Hier muss die FPÖ keine Angst vor einem Minarett oder zu viel Fremdem haben. Freundlich lächelnde Gesichter überall. Alle begrüßen und umarmen sich. Ein junger Moslem spendiert duftenden Balsam für die Hände. Als der Imam mit seiner Lesung beginnt, ist kaum mehr ein Platz frei. Mohamed Morad, der Vorsitzende der Moschee, sitzt ebenfalls im Gebetsraum. Es ist Ramadan, der heilige Fastenmonat. Darum ist Morad guter Laune. „Das Fasten ist gut für die Seele und den Körper. Es reinigt beides.“ Dass Morad doch die Stirn runzelt, liegt an den Plakaten der FPÖ. „Das ist eine Frechheit“, sagt er, „das ist keine Politik mehr, sondern Hetzerei.“


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