Technik

Cy-Fi: der drahtlose Lautsprecher fürs Bike

Dinge, die uns brauchen

Medien | aus FALTER 35/10 vom 01.09.2010

Prüfbericht: Thomas Vašek

Radfahren in München, das ist für mich wie Krieg gegen den Terrorismus. Ich rechne ständig mit asymmetrischen Bedrohungen jeglicher Art, vom fanatisierten Porschefahrer, vermutlich finanziert von saudischen Scheichs bis zu zielgenauen Maßkrug-Körpern, abgefeuert aus unübersichtlichem Biergartengewühl. Am meisten aber fürchte ich radfahrende Selbstmordattentäter. Man erkennt sie an ihren Ohrstöpseln, über die sie offenbar ihre Anweisungen bekommen, und am verklärten Blick – vermutlich denken sie schon ans Paradies.

Im Kampf gegen den iPod-Terrorismus auf städtischen Radwegen gibt es endlich eine technische Lösung. Mit dem drahtlosen Lautsprecher Cy-Fi (rund 140 Euro) kann man auf dem Rad Musik aus dem iPod hören, ohne sich und andere zu gefährden – man klemmt das Teil einfach an die Lenkstange. Die Wireless-Übertragung funktioniert über eine Distanz von bis zu zehn Metern. Das Gerät ist auch mit dem iPhone kompatibel. Schlauer (und billiger) ist der Tunebug Shake (100 Euro), der direkt am Helm befestigt wird. Der Helm dient dabei als Resonanzboden. Die Verbindung zum iPod funktioniert über Kabel oder Bluetooth. Gesteuert wird der Tunebug über zwei Sensorfelder, die man nur leicht antippen muss. Intelligente Gadgets im Dienste der öffentlichen Sicherheit also. Man sollte allerdings nicht verschweigen, dass die Lautsprecher auch Unbeteiligte beschallen. Im Kampf gegen den Straßenverkehrsterror gibt es eben keine ruhige Minute.

Thomas Vašek ist Journalist und Buchautor in München


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige