„Blicke haben immer etwas Tödliches“

Feuilleton | aus FALTER 35/10 vom 01.09.2010

Die Kunsthistorikerin Silvia Eiblmayr über die verletzte Schönheit der Malerin Frida Kahlo (1907–1954)

Gesprächsprotokoll: Matthias Dusini

Frida Kahlo ist eine Ikone des Feminismus. Sie war eine bedeutende, politisch engagierte Malerin, die zeitlebens unter den Folgen eines Unfalls gelitten hat. Ihre verletzte Wirbelsäule thematisiert sie in einer Reihe von Arbeiten. Der Zusammenhang von Künstlerinnenpersönlichkeit, ihrem Leiden, ihrer politischen Biografie, dazu noch die problematische Ehe mit Diego Rivera – sie hat ihn zweimal geheiratet – und natürlich die Tatsache, dass sie eine sehr schöne Frau war, machten den Mythos Frida Kahlo aus. Ihr Leiden wurde stark mit ihrem Emanzipationsprozess in Verbindung gebracht.

Kahlo wurde von den Surrealisten sehr geschätzt; André Breton besuchte sie in Mexiko. Alle Künstlerinnen, die der surrealistischen Bewegung nahestanden und von der surrealistischen Männergruppe auch gefördert wurden, waren durchwegs schöne Frauen: Dorothea Tanning,


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