„Das Meer macht keine Gefangenen“

Feuilleton | aus FALTER 35/10 vom 01.09.2010

James Hamilton-Paterson über sein Buch „Vom Meer“, einen Besuch in 5000 Meter Tiefe und erotische Strände

Interview: Julia Kospach

James Hamilton-Paterson hat seit den 60er-Jahren so gut wie die ganze Welt bereist. Er lebte in Libyen, auf einer kleinen Insel im Südchinesischen Meer und in der Toskana, bevor er sich, seiner ausgewiesenen Neigung zum Meer und zur Luftfahrt zum Trotz, 2006 im oberösterreichischen Timelkam niederließ. Dort traf ihn der Falter zum Gespräch.

Falter: Warum zieht jemand, der so sehr vom Meer fasziniert ist, ausgerechnet in das Binnenland Österreich?

James Hamilton-Paterson: Es fällt mir schwer, am Meer zu wohnen. Es macht mich melancholisch. Obwohl ich viele Jahre meines Lebens an Orten überall auf der Welt gelebt habe, die in unmittelbarer Nähe zum Meer lagen, ziehe ich es inzwischen vor, zum Meer zu reisen.

Was ist so melancholisch am Meer?

Hamilton-Paterson: Der Klang, mit dem die Wellen brechen. Man spürt das Vergehen der Zeit. Es ist, als würde man


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