Die Geschichte von Madalyn und Moritz

Feuilleton | aus FALTER 35/10 vom 01.09.2010

In „Madalyn“ hat Michael Köhlmeier einen altbekannten Protagonisten zum Schutzbefohlenen eines jungen Paares gemacht

Buchkritik: Sigrid Löffler

Michael Köhlmeier ist eine Art literarischer Bauchredner. Als Stil- und Stimmenimitator ist er unerreicht. Von Buch zu Buch wechselt er Tonfall, Erzählgestus und Prosastil, und das so gründlich und so kunstfertig, dass man ihn als Autor kaum wiedererkennt. Er ist ein Virtuose des wendigen (und zunehmend auch windigen) „Mal so, mal so“. Über eine eigene unverkennbare Handschrift verfügt er nicht. Immer kann er auch ganz anders. Und das immer routinierter und in immer kürzeren Publikationsabständen.

Alles wird diesem Autor zum Stoff, alles lässt sich literarisch noch einmal umwälzen – Homer und die antiken Mythen, Shakespeare, die Nibelungen, die Bibel, das 20. Jahrhundert. Längst kann ein einzelner Verlag solchen Produktionsfuror nicht mehr bewältigen. Köhlmeier streut daher auf viele Verlage – Romane, Erzählungen und Nacherzählungen,


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