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Der Kommentar zur steirischen Woche

Steiermark | aus FALTER 35/10 vom 01.09.2010

Wahlkampf, letzte Phase. Ein Land lacht. Über die Plakate, die Wahlkampf-Hymnen und Stofftiere, die SPÖ und ÖVP in die Schlacht um die Mehrheit in der Steiermark werfen. „Schützi“, der grüne Panther, gegen „Banta“, den orangen Tiger: So hart kann Kuscheln sein. Ein Land lacht. Über die Mehrzweckhallen-Inszenierungen, die Massenabfüllungen, die stimmungsaufhellenden Schlager-Combos. Sie sollen die Menschen, wenige Woche vor der Wahl, wieder empfänglich für die politische Botschaft machen. Botschaft? Welche Botschaft? Und was bedeutet sie?

Und wirklich: Die Signale, die SPÖ und ÖVP derzeit aussenden, sind nicht einfach zu lesen. Auf ihrer jüngsten Plakatserie etwa, die in düsteres Rot getauchte steirische Landschaften zeigt, behauptet die ÖVP „Fünf Jahre sind genug“ und beschwört eine „Rückkehr der Steiermark“. Tatsächlich? War sie jemals weg? Andere VP-Plakate werben mit „Laptop und Lederhose“, dem Uralt-Slogan der CSU. Wohin also soll die Steiermark am 26. September zurück? In die Zukunft? Back to Bayermark?

Die SPÖ spricht da Klartext: „Zukunft wählen“ heißt das Programm, und klarer als die „12 Ziele für die Steiermark“ kann man Ziele eigentlich gar nicht formulieren. Ziel Numero eins: „Strukturreform der politischen Ebene“. Numero zwei: „Strukturreform der Verwaltungsebene“. Sexy! Noch besser: Neue Nüchternheit geht mit Tradition gut unter einen Steirerhut. Beim Wahlkampfauftakt in Graz etwa überraschten die Genossen 5000 Anhänger mit einer Trachtenschau. Und dem Kommentar: „Das Dirndl erfährt eine unglaubliche Renaissance.“ Ja? War es jemals weg? Nein? Ein Land atmet auf.

Thomas Wolkinger leitet die Redaktion des steirischen Falter


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