Die Endstation zur ewigen Ruhe

Steiermark | aus FALTER 35/10 vom 01.09.2010

Der Grazer Zentralfriedhof ist nicht nur ein Ort der Stille. Er erzählt auch von unserer Gesellschaft

Ausflug: Tiz Schaffer

Man könnte viele Beispiele für unsinnige Ausgaben nennen, aber keines ist treffender als die Errichtung einer Friedhofsmauer. Die, die drinnen sind, können sowieso nicht hinaus, und die, die draußen sind, wollen nicht hinein“, soll Mark Twain einmal gesagt haben. Von Twain hat man schon viel Schlaues gehört, an dieser Stelle aber, da irrt er. Gut, die, die drinnen sind, können tatsächlich nicht mehr raus. Für die, die draußen sind, gibt es aber gute Gründe, um noch vor ihrem letzten Gang vorbeizuschauen. Mit der Linie 50 geht das sehr bequem.

Das Hauptportal des Zentralfriedhofs liegt an der stark befahrenen Triesterstraße. Dreiteilig ist es, gehalten im neugotischen Backsteinstil. Adolf Loos hätte es wohl zur Weißglut gebracht. Passiert man das Eingangsportal, stößt man gleich auf das größte Bauwerk des Friedhofs, die Kirche „Zum gekreuzigten Heiland“.

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