Phettbergs Predigtdienst

Ursprünglich warben wir für uns ad personam

Kolumnen | aus FALTER 35/10 vom 01.09.2010

Hermes Phettberg führt seit 1991 durch das Kirchenjahr

Heute, am 24.8.10. um 19 Uhr, holt mich Georg Steker zur Spam-Oper im Schauspielhaus ab. Bitte, lieber McGoohan, lass dies alle Spam-Hasser wissen. Wegen denen kann ich meine ernsthaften Mails nicht mehr lesen ... Das ist Kommunikation in Mail-Zeiten, wo Telefonieren UNMODERNST geworden ist. Allein in meiner Ecke knotzend und radebrechend tippend. Heute in der Oper werden meine Bluejeans platzen!

Meine Rezension der Spam-Oper: Es wurde verdammt oft darauf hingewiesen, dass der böse Bube keine Matura habe. Dass aber das alles nur funktioniert, weil die Computer- usw. Industrie mit ihrem intelligenten Spielzeug Computer ohne Ende abschöpfen kann ... Drum Mea culpa, weil ich darin herumtreibe. „Fegefeuer“ darum, weil ich jetzt nichts mehr von meinen mich erreichenden Mails lesen kann. In Sicht auf mich: Es fehlt eine tragische Figur wie ich! PROGETTO SEMISERIO hat sich mit „mir“ beschäftigt, im Programmheft wurden einige meiner Protokolle abgedruckt (Danke!). Der Komponist Periklis Liakakis schrieb eine geniale Trauermusik. Von den „14 Kreuzwegstationen“ inspiriert? Wenn ich noch r.-k. Zeremoniär wäre, dann würde ich die Musik immer zwischen den 14 Stationen spielen! Wie gesagt, der „Autor“ der Milliarden Spammails hat keine Matura. Die höheren „Schichten“ haben schon alle bessere Maschinen, www ist nur mehr für „niedere Schichten“ wie mich. Ursprünglich (vor der Maschine und vor der Industrie ...) warben wir alle für uns ad personam.

Nach der Premiere der Spam-Oper durfte ich im Café des Schauspielhauses sitzen. Ich bin nur mehr extrem selten unter anderen Menschen. Ich hätte jeden, JEDEN Mann nicht von meiner Bettkante gestoßen. Mea culpa. Meine Notgeilheit ist riesig. Du musst dir vorstellen, der bildhübsche Christoph Schlingensief wurde von allen angemacht ... Mea culpa. Der Komponist Periklis Liakakis hatte knappe Shorts an! Und schon war ich auf hundert. Mea culpa. All mein Leben sehn ich mich danach ... Franzobel dichtete mich zu Recht ins Antipodische! Doch ich bin allerverlebtest.

Am Donnerstag, 9.9., werden drei Stunden Phettberg auf ORF 1 ausgestrahlt. Ab Samstag, 11.9., werden auf TW1 alle Folgen von „Phettbergs Nette Leit Show“ wiederholt.

Die ungekürzte Version des Predigtdienstes ist über www.falter.at zu abonnieren.

Unter www.phettberg.at ist wöchentlich neu zu lesen, wie Phettberg strömt


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