Premieren

Porträt eines Faschisten: „Kassbach“ im Rabenhof

Lexikon | aus FALTER 35/10 vom 01.09.2010

Nach dem Erfolg mit „Kottan ermittelt“ bringt der Rabenhof erneut einen Klassiker von Helmut Zenker (1949–2003) auf die Bühne. Diesmal dürfte es allerdings weniger zu lachen geben: In seinem 1974 erschienenen Roman „Kassbach“ (der 1979 von Peter Patzak verfilmt wurde) porträtiert der Wiener Autor einen Neofaschisten. Karl Kassbach ist Gemüsehändler in Wien und Mitglied einer rechtsextremen Organisation. Er verprügelt Gastarbeiter und linke Demonstranten, beschmiert jüdische Gräber mit Hakenkreuzen und schießt zum Zeitvertreib auf Meerschweinchen. Regie führt Anatole Sternberg, der im Rabenhof schon Thomas Glavinic’ „Kameramörder“ auf die Bühne brachte; den Kassbach spielt Hans Piesbergen, dessen Karriere in den 80er-Jahren in Wien begonnen hatte und der zuletzt mit Robert Lepages Epos „Lipsynch“ um die Welt tourte. wk

Rabenhof, Premiere Mi 20.00


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