Kritik

Ein Fäkaliendrama als Schauspielerfest

Lexikon | Valerie Kattenfeld | aus FALTER 35/10 vom 01.09.2010

Wer empfindlich auf Fäkalvokabular reagiert, für den ist dieser Abend ungeeignet. Von den drei „Präsidentinnen“ in Werner Schwabs Stück ist Mariedl die unerschrockenste, denn sie „macht es nur ohne“. Ohne Gummihandschuhe erlöst sie verstopfte Klos von Bierflaschen und Gulaschdosen. In einer plastikrosa Kaffeeküche mit Musikantenstadl-Soundtrack schwatzen drei Putzfrauen über missratene Kinder und raffinierte Spartricks. Während sich der erste Teil von Hubsi Kramars Inszenierung etwas zieht, steigt nach der Pause die Spannungskurve steil nach oben. Gebannt von der schauspielerischen Glanzleistung, folgt man der Erzählung eines kollektiv zusammenfantasierten Festes, bei dem am Ende alle offenen Rechnungen beglichen werden.

3raum-Anatomietheater, Fr, Sa 20.00 (bis 25.9.)


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