Ohren auf

Als Afrika auf Jimi Hendrix machte

Sammelkritik

Lexikon | Sebastian Fasthuber | aus FALTER 35/10 vom 01.09.2010

Während die Hippies die friedliche Revolution übten, hatten junge Menschen in Nigeria andere Probleme. 1967 übernahm das Militär die Macht, bis 1970 tobte der Biafra-Krieg. Es war jedoch nicht so, dass man von Love, Peace & Hendrix nichts mitbekommen hätte. In den frühen 70ern holte Nigerias Jugend psychedelischen Rock ’n’ Roll mit ihren Mitteln nach. Lange war dieses Kapitel der afrikanischen Musik – gerockt wurde fast überall, auch in Südafrika, Ghana, Togo, Senegal – im Westen unbekannt. Die World-Music-Entdeckungsreisenden der 80er hatten kein Interesse am angloamerikanisch beeinflussten Afro-Rock, sie suchten nach genuin afrikanischen Klängen.

Seit ein paar Jahren erblüht jedoch auf Liebhaber-Labels wie Strut, Honest Jon’s, Analog Africa oder Soundway eine einschlägige Reissue-Kultur. Eine Handvoll englischer Plattensammler ist praktisch ständig in Afrika auf der Jagd nach den inzwischen nur mehr schwer aufzufindenden Dokumenten für die Liebe junger Afrikaner


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