Vernissagen

Automarken, Angelstellen kollektiver Geschichte

Lexikon | aus FALTER 36/10 vom 08.09.2010

Der Umgang eines Landes mit den dunklen Seiten seiner Geschichte bildet das zentrale Thema der international besetzten Gruppenschau „Bless my homeland forever – I, too, will try to forget”. So hat etwa die Künstlerin Karoline Mayer ein Archiv zu österreichischen Kriegerdenkmälern angelegt, die bis heute eine unkritische Version heimischer Vergangenheit vermitteln. Das Fotoprojekt „Helmbrechts walk” von Susan Silas erinnert an den Todesmarsch von weiblichen KZ-Häftlingen. Die Gruppe argentinischer Künstlern „autores ideológicos” geht dem Ford Mustang nach, der in dem südamerikanischen Land als Familienwagen ebenso wie als Gefährt der Militärdiktatur galt. Eine Automarke steht auch im Zentrum des Filmes „Dacia 1300 – My Generation”, in dem Stefan Constantinescu über seine Kindheit in der “goldenen Ära” der Ceausescu-Diktatur nachdenkt. NS

Kunsthalle Exnergasse, Mi 19.00; bis 16.10.


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