Seinesgleichen geschieht

Echt bitter: Grasser neun Stunden verhört, und niemand hat’s gesehen

Der Kommentar des Chefredakteurs


Armin Thurnher
Falter & Meinung | aus FALTER 36/10 vom 08.09.2010

Tage der Bekenntnisse, der Memoiren, des Ablegens. Des Verhörens, des Abhörens, des Aushorchens. Tage des Zweifels, der Nichtaufklärung, der Wut. Gewisse Dinge bleiben für immer ungeklärt. Natascha Kampusch mag Memoiren vorlegen, solange sie will, nie werden wir erfahren, was in ihrem Verlies wirklich geschah. Wir erfahren ja selber nicht einmal beim Frühstück, was letzte Nacht wirklich geschah.

Und nun Grasser: Sein größter Auftritt, und nicht bei Frau Thurnher oder Herrn Wolf. Echt bitter für den Mann, der uns so viele gloriose Stunden des Nichtssagens beschert hat. Stunden, in denen wir die Faust im Hosensack ballten und auch nicht gewusst hätten, wie wir ihn besser in die Klemme genommen hätten. Echt bitter für ihn, dass sein größter Auftritt unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand. Neun Stunden lang haben sie ihn verhört, hört man. Was uns da an Formulierungskunst, an spiegelfechterischer Geschmeidigkeit, an verbaler Öligkeit entgangen ist!

Nicht zuletzt muss

Bestellen Sie hier ein FALTER-Abo Ihrer Wahl inklusive Online-Zugang, um diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext zu lesen.
Holen Sie sich hier Ihren Online-Zugang und lesen Sie diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext.

Lesen Sie diesen Artikel in voller Länge mit Ihrem FALTER-Abo-Onlinezugang.

Passwort vergessen?

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

×

Anzeige

Anzeige