Kommentar

Muslime als TV-Moderatoren: Das wäre eine „Normalisierung“

Integration

Falter & Meinung | Alev Korun | aus FALTER 36/10 vom 08.09.2010

Die erwartbare Aufregung über die „Hoffnung“ von Präsident Schakfeh, dass langfristig „in jedem Bundesland eine Moschee mit Minarett“ stehen wird, hat sich etwas gelegt. Viel interessanter als die Skandalisierung durch die FPÖ ist die Frage, warum die österreichisch-muslimische „Normalisierung“ hauptsächlich über „eine sichtbare Moschee in jedem Bundesland inklusive Minarett“ herstellbar sein soll.

Selbstverständlich hat jede anerkannte Religionsgemeinschaft ein Recht auf würdige Gebetsräume. Religionen leben auch von Öffentlichkeit und Sichtbarkeit. Aber muss einem bei der Hoffnung auf Normalisierung muslimischen Lebens – was das auch immer in seiner Vielfalt sein mag – zuallererst und hauptsächlich ein Minarett einfallen? Ganz abgesehen davon, dass ein Minarett nicht per se zu einer Moschee dazugehört.

Szenenwechsel: Washington D.C., 5. Mai 2010. Ich warte während einer offiziellen Reise im US-Justizministerium gespannt auf einen Abteilungsleiter. Es kommt


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