Am Apparat

Grillen Muslime eigentlich anders, Herr Gollenz?

Telefonkolumne

Politik | aus FALTER 36/10 vom 08.09.2010

Muslime und Grillen, ein ergiebiges Thema, das die FPÖ für sich entdeckt hat: Sie will die Donauinsel vor muslimischen „Wildgrillern“ retten. Vielleicht kann Christoph Gollenz den Kulturkampf entschärfen. Mit seinem Team „Goli & Chef Partie“ gewann er heuer die Staatsmeisterschaft im Grillen.

Gibt es beim Grillen etwas typisch Österreichisches?

Das schnelle Runterbrutzeln ist typisch österreichisch. Um 11.30 Uhr zünden wir den Grill an und um 12 Uhr haben wir gegessen. Die meisten machen Würstel und Kotelett. Fisch kommt jetzt gerade in Mode. Und das Miteinanderkochen wird immer beliebter. Beim Grillen kommen die Leute zusammen.

Was haben Sie über das Grillen in anderen Ländern gelernt?

Über 70 Prozent der Lebensmittel weltweit werden gegrillt. Und die Art ist von Land zu Land verschieden. Bei den Amerikanern fängt es erst an, wenn das Fleisch schon zehn Stunden am Griller liegt. Die Inder halten das Fleisch in den Ofen. Vieles ist für den Österreicher nicht nachvollziehbar. Bei uns ist das Trendigste immer noch Direktgrillen. Feuerstelle, Rost drüber und fertig.

Haben Sie Erfahrungen mit muslimischen Grillern gemacht?

In der Grillerszene eigentlich nicht. Wir sind zwar sehr international, aber Türken sind mir beispielsweise noch nicht untergekommen.

Worauf sollte man denn beim öffentlichen Grillen achten?

Wenn man ein geschlossenes Gerät hat, mit dem man keinen Flurschaden anrichtet und nicht zu viel Rauch erzeugt, gibt es keine Probleme.

Ihr Geheimtipp fürs Grillen?

Die Österreicher legen das Fleisch gleich auf, wenn die Kohle nicht mehr brennt. Aber dann ist es noch viel zu heiß! Man kann sich beim Grillen ruhig ein bisschen Zeit lassen. Und weil wir bei Muslimen waren, hätte ich einen Tipp zum Fischgrillen: einen Gussrost kaufen! Da klebt nichts an.

Interview: Stefan Apfl


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