Gefangen im Vorurteil

Politik | aus FALTER 36/10 vom 08.09.2010

Wie ich daran scheiterte, in progressiven Medien eine Bildungsdebatte anzustoßen

Kommentar: Wolfgang Schlögl

Die letzten zwei Wochen lernte ich so einiges über den österreichischen Qualitätsjournalismus und die Debattenkultur dieses Landes. Im trügerischen Bewusstsein, „unter sich“ zu sein, sprach ich mit zwei fortschrittlichen Redakteuren des Standard über meinen Mikrokosmos und über das Dilemma vieler bildungsbewusster Eltern, ihre Kinder in sogenannte „Bildungsghettos“ stecken zu müssen.

Als ich das Interview in gedruckter Form sah, wirkte das offene Gespräch für mich irgendwie verstümmelt. Ich wurde dort so zitiert: „Es ist ein Dilemma. Ich werde mein Kind auch nicht in den 15. Bezirk in die Schule geben, sondern wahrscheinlich in die Wuk-Schule. Ich werde halt auch schauen – es ist echt hart, dass ich das über die Lippen krieg, aber es ist so –, dass der Anteil der nicht Deutsch sprechenden Schüler so gering wie möglich ist. Das macht jeder, wenn man ehrlich


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