Simon Wiesenthal, Autor, Zionist, Nazijäger

Politik | aus FALTER 36/10 vom 08.09.2010

Der israelische Historiker Tom Segev legt mit seiner Wiesenthal-Biografie einen einmaligen Längsschnitt durch die Zweite Republik vor

Rezension: Erich Klein

Fragte man nach dem berühmtesten Österreicher der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, fiele die Antwort leicht: Simon Wiesenthal. Ohne das hierzulande übliche parteipolitische Geschichtskalkül hebt die 576-seitige Wiesenthal-Biografie des israelischen Historikers und Journalisten Tom Segev forsch an: „Vieles von dem, was Wiesenthal geschrieben hat, ist mit Vorsicht zu genießen.“

Österreicher war Wiesenthal erstmals 1908, als er im k.u.k. Kronland Galizien geboren wurde. Auf den Volksschulbesuch in Wien folgt ein Architekturstudium in Prag, das er 1932 mit dem Ingenieursdiplom abschließt. Zurück in Lemberg, träumt der begeisterte Anhänger des radikalen Zionisten Jabotynskij von Auswanderung nach Palästina. „Wiesenthal war schon vor dem Holocaust ein politisch denkender und zionistisch gesinnter Mensch gewesen und blieb


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