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Bücher, kurz besprochen

Politik | Thomas Schmidinger | aus FALTER 36/10 vom 08.09.2010

Ein Weltmensch aus Baden

Mehmet Zeki Metin ist ein sehr vielschichtiger Mann. Der kurdische Weltmensch aus Baden bei Wien schreibt seit vielen Jahren Romane und publiziert sie mangels Verlagskontakten in Österreich im Eigenverlag. Ständig aktiv für die Integration von Migranten, gegen Rassismus und religiöse oder nationalistische Vorurteile, gründete der Marillenbauer und Teppichhändler den Weltmenschverein und den Weltmenschtag. Diese Themen spiegeln sich auch in seinen Büchern wider. In seinem neuen Roman, „Lisa Negah“, schildert er eine interkulturelle Liebesgeschichte zwischen Österreich und der Türkei. Dabei werden auch Probleme und Missverständnisse nicht ausgespart. Der Ich-Erzähler bleibt bis zum Ende in Konflikte verstrickt, die sich erst durch seinen Tod auflösen. Das Buch hätte nicht nur ein besseres Lektorat und einen Verlag verdient, sondern auch viele Leser, die sich bei der Lektüre ein wenig als Weltmenschen fühlen dürfen.

Mehmet Zeki Metin: Lisa Negah. Liebe kennt keine Nation und keine Religion. Eigenverlag, 262 S., € 25,–


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