Kino ist ein Mutterschoß, Baby lässt die Mutter los

Feuilleton | aus FALTER 36/10 vom 08.09.2010

Auslauf für den Säugling, Regression für Mutti und Vati: Das Babykino im Votiv lässt den Bedürfnissen der Besucher ihren Lauf

Reportage: Maya McKechneay

Der französische Filmtheoretiker Jean-Louis Baudry hat einmal das Kino mit dem Mutterleib verglichen. Die passive Geborgenheit im dunklen Raum simuliere jenen Glückszustand, nach dem wir alle uns heimlich sehnten.

K. ist acht Monate alt. Baudry hat sie noch nicht gelesen. Aber im Kino fühlt sie sich pudelwohl. Und nicht nur sie: Wenn kinderlose Freunde vom Babykino hören, ist die erste Frage meist die, ob es wenigstens Untertitel gäbe. Wegen der Dialoge, die man ja bei dem Geplärr – hehehe – sonst nicht verstehen würde.

Ja. Untertitel gibt es, denn die Filme, die Eva Brantner im Rahmen des Babykinos für Eltern mit Kindern unter einem Jahr zeigt, sind alle OmU. Besagtes Geplärr allerdings hört man kaum: Nichts ist friedlicher als ein halbdunkler Kinosaal voller Säuglinge. Denn die erinnern sich noch genau daran, was gut ist.


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