Der Horror vor dem Fenster zum Hof

Feuilleton | aus FALTER 36/10 vom 08.09.2010

Vergnüglich: Rammbock ist der erste deutschsprachige Zombiefilm, der auch außerhalb der Fan-Spielecke funktioniert

Filmkritik: Joachim Schätz

Früher einmal waren Zombies teilnahmslos herumstolpernde Menschenfresser, bei deren Anblick sich Schrecken mit Mitleid mischte. Seit „28 Days Later“ vor acht Jahren das Genre generalüberholte, sind die Untoten und Infizierten des Horrorkinos flinker, unkontrollierbarer, vor allem zorniger geworden. Wer will, darf aus dieser Verschiebung einen Kniefall vor aktuellen Actionkino-Standards herauslesen oder eine hintergründige Angleichung an Terrorpanik und Ausnahmezustandspolitik der vergangenen Dekade.

In „Rammbock“, dem Langfilmdebüt des Duos Marvin Kren (Regie) und Benjamin Hessler (Buch), ist der Bezugsrahmen der neuen Zombie-Emotionalität aber zuerst einmal ein persönlicher: „Nur nicht aufbrausen!“, wird Protagonist Michael (vergnüglich: Michael Fuith) zu Filmbeginn von seiner Mitfahrgelegenheit gewarnt.

Der anhängliche Mittdreißiger


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