Panoramaweg Besatzerfraß

Stadtleben | aus FALTER 36/10 vom 08.09.2010

Kletterrouten rund um Wien tragen rechtsextreme Bezeichnungen

Bericht: Joseph Gepp

Jedes warme Wochenende packen tausende junge Wiener ihre Siebensachen und fahren ins Umland klettern. Die Hohe Wand, das Rax-Schneeberg-Gebiet und manche Stellen im Wienerwald sind die Hot Spots in Tagesausflugsnähe zur Stadt. Die Kletterer reiben die Hände mit Kreide ein und ziehen sich Hänge hinauf. Dicke Kletterführer verzeichnen die Routen samt all ihren Tücken. In der Szene ist es Usus, dass eine Route vom jeweiligen Erstbesteiger kartografiert, mit Haken und Ösen ausgestattet und einem Namen versehen wird.

Die Frage ist nur: Wie lauten diese Namen?

Mitte August sorgte in Schweden ein Fall für Aufregung: Nahe Stockholm trugen Routen Nazi-Bezeichnungen wie „Zyklon B“, „Kristallnacht“ oder „Kleiner Hitler“. Der Herausgeber jenes Kletterführers, in dem diese Namen verzeichnet waren, sprach laut APA von „internen Scherzen“ der Kletterszene. Er selbst war der Namensgeber einiger der Routen.


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