Hundert Jahre Zeitausgleich

Befindlichkeitskolumne

Steiermark | aus FALTER 36/10 vom 08.09.2010

Megadeth ist lauter als wie der Siebener!

Es hatte alles so gut ins Bild gepasst: der kleine dunkelhaarige Bub mit seiner Plastikpumpgun, der, bisschen gedankenverloren, auf ein paar unbewegliche Ziele auf der relativ ausgestorbenen Volksgartenstraße schießt, dahinter die verschleierte Frau auf der Wartebank, sonst nix. Dann aber hat gar nichts mehr zusammengepasst, der kleine Stöpsel hat den Mund aufgemacht und sehr tiefes, röhriges Weststeirisch kam aus seinem Mund und aus dem Spar seine durchaus auch sehr urösterreichische Mutter. Wir wollen jetzt aber nicht moralisch werden, denn die Menschen haben genug von den Gutmenschen und ihren Multikulti-Parolen, die Menschen sind nämlich in ihrem Weltbild verunsichert, und das müssen wir ernst nehmen! Verunsichert ist die Bevölkerung wegen zweier Wölfe, die durch die Obersteiermark streifen, wegen Nachrichten von weiteren Postschließungen in Graz, durch die ständigen Überschreitungen der Feinstaubgrenzwerte, die extrem einseitige Berichterstattung über das LKH Feldbach, die Heizöl-Preise, die permanenten Steuerwarnungen der Opposition und natürlich auch die vielen Baustellen, die einfach nicht mehr fertig werden. Es ist also nur verständlich, dass die Bevölkerung mit dieser ganzen Verunsicherung hin und wieder mal ganz gerne einen hinter die Binde gießt und die Straßenbahnen aufmischt, mit lautem Geschrei.


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