Phettbergs Predigtdienst

Das „Trans“ verfolgt mich

Kolumnen | aus FALTER 36/10 vom 08.09.2010

Hermes Phettberg führt seit 1991 durch das Kirchenjahr

Wenn ich einmal keinen Predigtdienst mehr im Kopf find, dann stopft mich mit Fleisch zu! Mama nannte das immer: „Heut hob ich vom Teufel geträumt.“ Materie braucht Materie. Wenn das Trans-Budget so schlecht schliefe wie ich heute! Ich glaub, von 0 bis 3 lag ich wach. Geweckt von einem Traum, dass ich einem versprochen hatte, meine Decke zu bringen. Alle Parteien schrieen laut auf, wenn das Budget möchte gelingen. Und ich hatte Angst in der Nacht, die Stufen mit der Decke zu schaffen. Da müsst ich ja meine Schuhe anziehen. Und ohne Decke wär mir doch kalt. Gott sei Dank war’s nur ein Traum: „Trans-Budget-Plan“.

Ich komm mit meinem Geld bis zum nächsten Dienstag nicht durch. Denn kleinste Wege kosten Taxis. Ich derfang mich nimmer! Besonders türkische Taxlys fürcht ich, denn die lassen mich immer weit gehen. Bettelarm und nicht mehr g’scheit reden können! Vor allem das Wort „Hydrant“ dürften sie nicht verstehen. Im Augenblick kommen lauter Taxlys, die mich nicht kennen und sich zudem eine einträglichere Fuhr erwarten, doch ich biete immer nur winzigste Wege.

Die Pflegestufe wird mir nicht erhöht? Ist meine Sorge. Und die Schmerzen werden mir von Dr. Wilhelm Aschauers TCM und von der Schubert-Apotheke weggezaubert! Das Budget sieht diese jahrelange kostenlose Behandlung gar nicht vor. Von meiner Krankenkasse krieg ich nur Tabletten. Ich fahr nur mehr von Krankenhäusern zu Apotheken. Doch wenn ich einen Fahrtendienst anriefe, deren es sehr wohl welche gibt, wär ich vollkommen unfrei. Ich müsste – zumindest als Insignie – einen Stock tragen, doch wie trüge ich dann meine Warmhaltetasche?

Wenigstens tipp ich noch meine Predigtdienste, obgleich McGoohan und Roman&Markus sich dann ehrenamtlich mit mir abplagen und der Falter mich narrenfrei herumtoben lässt. Denn das Predigtdiensten ist mein Leben, das ich dann jeden zu mir Kommenden mir vorzulesen bitte. Wenn mir das fehlte – was machte ich dann? Sorgen über Sorgen, bis ich schlohweiß werde. So wälzte ich mich heute herum. Das „Trans“ verfolgt mich. Fußpflege. Ich kann mir auch nichts mehr ausborgen: Ich bin ein einziger Jammerl!

Die ungekürzte Version des Predigtdienstes ist über www.falter.at zu abonnieren.

Unter www.phettberg.at ist wöchentlich neu zu lesen, wie Phettberg strömt


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