Kritiken

Mississippi Burning: In den Sumpf gesetzt

Lexikon | Martin Lhotzky | aus FALTER 37/10 vom 15.09.2010

Frösche fangen, Baumwollmühlen niederbrennen und saufen sind, frei nach Tennessee Williams, die Hauptbeschäftigungen im Staate Mississippi in den 1950er-Jahren. Wenn man dann wie Archie Lee (Rainer Frieb) eine Minderjährige heiratet, ihrem Vater am Totenbett aber geschworen hat, sie bis zur Volljährigkeit nicht anzurühren, wird man noch frustrierter. Das ist die Ausgangslage von „Baby Doll“, von Elia Kazan 1956 beklemmend auf Zelluloid gebannt. Im Volkstheater schlüpft Katharina Straßer in die Titelrolle und Marcello de Nardo verkörpert den ausgeräucherten Mühlenbetreiber Vacarro. Den beiden steht leider die Regie von Niels-Peter Rudolph im Wege, in der von der unterschwellig-schwülen Erotik des Textes nichts übrig bleibt. Geht gar nicht!

Volkstheater, Sa 19.30, So 15.00


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