Vor 20 Jahren im Falter

Wie wir wurden, was wir waren

Falter & Meinung | aus FALTER 37/10 vom 15.09.2010

Neu: Haas-Haus

Dass es nichts Neues unter der Sonne gibt, ist eine traurige Gewissheit. Durch das Verfassen dieser Kolumne wird sie noch verstärkt. Schon gar nichts Neues erscheint unter der kleinen Falter-Sonne. In Falter 37/1990 beklagte zum Beispiel Christoph Chorherr die Kurzsichtigkeit unserer Energiepolitik angesichts des Ölschocks (des wievielten eigentlich?).

Thomas Rottenberg machte sich auf ins Grenzland, wo das Bundesheer die noch vor kurzem geöffnete Grenze wieder schloss. Andreas Teltscher porträtierte Österreichs bekanntesten Verkehrsexperten. Er hieß (und heißt) Hermann Knoflacher. Oliver Lehmann stellte die in der Politik ewig junge (und vom Falter in Österreich zuerst gestellte) Frage: Wo lassen denken? Gemeint waren die politischen Berater in den Bildungsinstituten der Parteien, Erich Fröschl (SPÖ), Andreas Khol (ÖVP) und Matthias Reichhold (FPÖ).

Der sagte, er fühle sich als Freiheitlicher „im Ursprung der Aufklärung beheimatet“. Zusatz Lehmann: „Nähere Ausführungen bleiben aus.“ Die staatlichen Organe der Aufklärung interessieren sich hingegen längst für die Tätigkeit so manches ehemaligen Freiheitlichen. Der grüne Vordenker hieß Werner Wascher, und als er in seinen angestammten Beruf als Psychotherapeut zurückkehrte, wird er das sicher als Erholung erfahren haben.

Wolfgang Zinggl ist mittlerweile Abgeordneter der Grünen; im Falter schrieb er über Kunst und interviewte Christian Ludwig Attersee, weil der – Falter-Habitués haben es erraten – damals 50 wurde.

Das frisch errichtete Haas-Haus stand im Mittelpunkt aufgeregter Debatten. Der Autor machte mit dem Architekten Hans Hollein einen Spaziergang durchs Gebäude. Hollein wehrte sich gegen das Etikett „postmodern“: „Das ist doch wirklich eine simplistische Sicht, wenn irgendwo eine Säule ist, zu sagen, das ist postmodern. Säulen hat es vor der Postmoderne auch schon gegeben, und hier sind sie nicht als Zitat verwendet, sondern als Säulen.“ AT


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