Nachgesehen

Der Schauplatz, am Tag nach dem Geschehen noch einmal betrachtet

Politik | Nina Horaczek | aus FALTER 37/10 vom 15.09.2010

Wenn das Puppenhaus im Kindergarten auch bebek evi heißen kann

Von der Aufregung der letzten Tage ist nichts zu merken. Da werden Puppenhäuser ausgeräumt, Bilderbücher angesehen und Papierbögen bemalt. Vergangene Woche eröffneten die Kinderfreunde um die Ecke vom Brunnenmarkt die erste bilinguale deutsch-türkische Kindergruppe, in der 14 Kinder zwischen zwei und sechs Jahren betreut werden. Von den beiden Betreuerinnen hat eine zu ihrer Ausbildung als Kindergruppenbetreuerin ein Turkologiestudium absolviert. Auf den ersten Blick ist in der Kindergruppe alles, wie man es von rein deutschsprachigen Kindergruppen kennt. Wären da nicht die Bücher, in denen Geschichten auf Deutsch und auf Türkisch zu lesen sind. Und die Zuckerlsackerln, die auf die Kinder warten. „Heute ist Ramadanfest“, sagt eine Betreuerin, also bekommen die Kinder Süßigkeiten. „Ziel dieses Projekts ist nicht nur, dass die Kinder beide Sprachen lernen“, sagt Margit Tauber von den Kinderfreunden, „sie sollen auch beide Kulturen erleben.“


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