Das widerspenstige Opfer

Medien | aus FALTER 37/10 vom 15.09.2010

Natascha Kampusch hat ein Buch geschrieben und damit den österreichischen Journalismus beschämt

Würdigung: Sibylle Hamann

Als die zehnjährige Natascha Kampusch am ersten Abend ihrer Gefangenschaft in ihrem Verlies saß, stellte sie sich die Zeit nach ihrer Befreiung vor. „Ich malte mir aus, wie triumphal es wäre – und auch ein bisschen peinlich –, wie sich alle um mich scharen und unermüdlich ausfragen würden.“

Jetzt ist Kampusch 22 und dieser Zeitpunkt ist da. Er ist triumphal und auch ein bisschen peinlich; ausfragen darf sie jedoch niemand, so lautet die Vorschrift. Natascha Kampusch tritt zum ersten Mal live vor Publikum auf. Sie sitzt in der Pädagogik-Ecke einer Buchhandlung, neben ihr der fesche ORF-Mann Christoph Feurstein, rundherum dutzende Securities mit Stöpseln im Ohr, Trennwände und Absperrgitter.

Die Zuhörer sitzen auf Bücherstapeln. 19,95 Euro kostet das Stück, 50.000 Erstauflage, die dritte ist bereits in Vorbereitung. Österreich hat vorgerechnet, dass


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige