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Medien | aus FALTER 37/10 vom 15.09.2010

Flip Mino HD: Leider ohne Ritsch-Ratsch

Prüfbericht: Thomas Vašek

In meiner Jugend gab es die sogenannte Idiotenkamera. Der Witz dieser Fotoapparate, auch als „Pocketkameras“ bekannt, bestand in ihrer fast schon beleidigenden Einfachheit: Man musste eigentlich nur auf den Knopf drücken. Besonders toll fand ich damals den Ritsch-Ratsch-Effekt: Um den Film weiterzutransportieren, musste man die Kamera nur zusammenschieben. Endlich haben Hersteller nun die Idee der Pocketkamera auf heutige Videokameras übertragen.

Die Flip Mino HD (200 Euro) der US-Firma Pure Digital ist eine Art Schnappschuss-Camcorder für Leute, die keine Lust auf komplizierte Bedienungsanleitungen haben. Es gibt einen Aufnahme- und einen Stoppknopf, einen Zoom, eine Löschtaste – das war‘s.

Die 4 Gigabyte Speicher reichen für 60 Minuten HD-Aufnahme. Auf einem Mini-Display lassen sich die Aufnahmen kontrollieren. Sehr clever ist der USB-Stecker, der einfach aus der Kamera herausspringt. Mit dem Stecker kann man nicht nur Filme auf den Rechner übertragen, sondern auch gleich den Akku aufladen.

Ziemlich optimal ist die Flip Mino für Leute, die das dringende Bedürfnis verspüren, ihre Filme rasch mit möglichst vielen Menschen zu teilen. Mit dem vorinstallierten Programm FlipShare lassen sich Aufnahmen ganz einfach per Mail verschicken oder auf YouTube online stellen.

Über den Ritsch-Ratsch-Effekt der alten „Pockets“ sollten die Hersteller vielleicht noch mal nachdenken. Der rausploppende USB-Stecker ist allerdings auch nicht übel.

Thomas Vašek ist Journalist und Buchautor in München


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