Liebeskummer und Todesangst

Feuilleton | aus FALTER 37/10 vom 15.09.2010

Love Hurts: Das Burgtheater beginnt die Saison mit zwei heftigen Liebesdramen

Theaterkritik: Wolfgang Kralicek

Der König ist verliebt. Alfonso VIII. von Kastilien hat sich in eine junge Jüdin namens Rahel verschaut, die sich in die königlichen Gärten vorgewagt hatte. Während sich sein Land zum Krieg gegen die Mauren rüstet, zieht der König sich mit seiner Geliebten in ein Lustschloss zurück; auf Geheiß der Königin wird Rahel am Ende ermordet.

Die Königin ist verliebt. Phädra, Gemahlin des Athener Königs Theseus, hat sich in ihren Stiefsohn Hippolytos verknallt. Sie gesteht ihm ihre verbotenen Gefühle, die dieser peinlicherweise aber nicht erwidert. Und als dann unverhofft der totgeglaubte Theseus nach Hause kommt, nimmt die Tragödie ihren Lauf: Hippolytos wird verflucht und in den Tod geschickt, Phädra vergiftet sich.

Im Burgtheater ist jemand verliebt. Oder wie soll man es sonst deuten, dass die Spielzeit mit gleich zwei großen Liebestragödien eröffnet wurde? Jean Racines


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