Fußball

Scheitern ohne Würde: Das war Frank Stronach

Glosse

Stadtleben | aus FALTER 37/10 vom 15.09.2010

Wolfgang Kralicek über das Treiben auf und neben dem Spielfeld

Frank Stronach zieht sich aus dem österreichischen Fußball zurück. Die Bilanz, die er hinterlässt, ist grotesk: Bei der Wiener Austria hat der neureiche Onkel aus Amerika in neun Jahren zwar über 300 Millionen Euro investiert, 111 Spieler gekauft und zwölf Trainer engagiert, aber anstelle der Champions League nur zwei Mal die österreichische Meisterschaft gewonnen. Als ÖFB-Präsident ist es ihm in sechs Jahren schon deshalb nicht gelungen, Österreich wie versprochen zum Weltmeister zu machen, weil sich das Team in der Zeit nicht einmal für eine WM qualifizieren konnte. Und nach dem Verkauf seiner Magna-Anteile (Erlös: rund eine Milliarde!) steigt er jetzt auch bei Wiener Neustadt aus – er müsste ab sofort ja eigenes Geld ausgeben. Wie es aussieht, geht ein völlig irres Kapitel der heimischen Fußballgeschichte denkbar würdelos zu Ende.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige