Kommentar

Arbeitsdienst: lieber Firmen fördern statt Schwache überfordern

Sozialpolitik

Falter & Meinung | Julia Ortner | aus FALTER 38/10 vom 22.09.2010

Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen. Wer auf unsere Kosten lebt, soll uns dafür die Straße kehren. Dieses Denken steht hinter dem neuen Vorschlag, den Wiens ÖVP-Chefin Christine Marek im Wahlkampffieber macht. Sie will Mindestsicherungsbezieher zu gemeinnütziger Arbeit verpflichten, wenn sie nach sechs Monaten noch keinen Job haben. Eine Idee, die nicht nur den Schwarzen gefällt. Nein, auch viele Linke sind davon angetan: So würden Langzeitarbeitslose wieder eine Tagesstruktur bekommen und den Anschluss an die Gesellschaft nicht verlieren, sagen sie.

Die Vorstellung vom Arbeitslosen, der für uns die Drecksarbeit macht, offenbart nicht nur ein bedenkliches Menschenbild. Die Forderung nach dem Arbeitsdienst als Lösung für sozialpolitische Probleme ist auch weltfremd. Das zeigt sich in Deutschland. Dort will die schwarz-gelbe Regierung jedem Hartz-IV-Empfänger abverlangen, dass er als Gegenleistung für die Unterstützung auch niederwertigen Jobs nachgeht. Unter dem Schlagwort


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