Kolumne

27 Heere in der EU: Europa kann sich diesen Luxus nicht leisten

Außenpolitik

Falter & Meinung | Raimund Löw | aus FALTER 38/10 vom 22.09.2010

Die Europäer diskutieren über ihre Armeen. Dabei geht es weder um finstere Pläne zur Aufrüstung noch um gefährliche neue Außenfeinde. Was den plötzlichen Reformeifer auslöst, sind die leeren Staatskassen, die den sinnlosen Luxus von 27 nationalen Streitkräften in der EU ad absurdum führen.

Milliarden gegen militärische Bedrohungen auszugeben, die es dank europäischer Integration nicht mehr gibt, fällt angesichts des scharfen Sparkurses von Europas Regierungen schwer.

So hat man im Verteidigungsministerium seiner Majestät in London allen Ernstes überlegt, einen der beiden britischen Flugzeugträger mit Frankreich zu teilen. Herstellung und Betrieb eines einzigen dieser High-Tech-Monster kostet ungefähr so viel wie das Bruttonationalprodukt Nicaraguas ausmacht. Die Royal Navy, auch im 21. Jahrhundert noch stolzer Erbe imperialer Vergangenheit, lässt gleich zwei dieser schwimmenden Festungen bauen. Ein in Hinblick auf die Staatsfinanzen reichlich unnötiger Luxus.

Der Finanzminister


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