Landtagswahl Wien 2010

Blues statt Blut

Politik | aus FALTER 38/10 vom 22.09.2010

Heinz-Christian Straches FPÖ schwächelt. Haben die Großparteien im Umgang mit dem Rechtspopulisten dazugelernt?

Bericht: Stefan Apfl, Barbara Tóth

Es ist alles wie immer an diesem Samstagnachmittag. Von der kleinen Bühne dröhnt Schlagermusik, am anderen Ende der Heurigentischreihen gibt es Bier in Plastikbechern, Frankfurter und Pommes frites. Auch der Ort des Wahlkampfauftritts könnte nicht besser für Heinz-Christian Strache sein. Der FPÖ-Chef ist im dritten Bezirk aufgewachsen, hier bekam er bei den letzten Wahlen in Wien 502 seiner 6086 Vorzugsstimmen, viele davon aus dem Wildganshof, einem imposanten Gemeindebau mit über 2200 Einwohnern.

Dennoch ist an diesem Samstagnachmittag alles anders. Die Tische sind spärlich besetzt, so spärlich, dass die blauen Funktionäre in die erste Reihe huschen, als Strache seine 45-Minuten-Rede beginnt. Gejohle gibt es nur bei simplen Zoten wie "Willst du Gemeindewohnung haben, musst du Kopftuch tragen". Straches rhetorischer Schlusspunkt, mit


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