Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 38/10 vom 22.09.2010

Es ist nur noch deprimierend, Richard Lugner zuzusehen. Der alte Mann lässt uns bei "Die Lugners" (ATV, Mo, 20.15 Uhr) mittlerweile in Abgründe blicken, in die er lieber alleine steigen sollte. Da sehen wir Einsamkeit, gekaufte Liebe, psychische Störungen, Verfall - keine Rede mehr von dem lustigen Baumeister, der mit seiner nervigen Sippe auch Unterhaltungswert hatte. Heute schleicht der Mittsiebziger mit seiner armen, magersüchtigen 21-jährigen Gespielin durchs Fernsehen, die Tränensäcke hängen ihm bis zu den Knien. Sein Schwiegersohn ist ein Albtraum in Blond, der Rest der Mischpoche kaum zu ertragen. Nur Christina Lugner, einst das Mausi, ist zu Mutter Teresa mutiert - immer verständnisvoll, freundlich und bodenständig. Die Leiden der Lugners werden aber auch im ORF zelebriert. Dominic Heinzl füllt in seinem neuen "Chili" halbe Sendungen mit tiefer Lugner-Watch. Interessant - hat Heinzl uns nicht versprochen, dass die peinliche Familie nie mehr bei ihm vorkommen wird?


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