Wo ist denn hier das Zentrum der Macht?

Feuilleton | aus FALTER 38/10 vom 22.09.2010

Eine kunsthistorische Tagung nahm die seltsame Unsichtbarkeit der Wiener Hofburg ins Visier

Bericht: Carsten Fastner

Wer auch nur halbwegs regelmäßig über den südwestlichen Teil der Wiener Ringstraße flaniert, kann es immer wieder erleben: Offensichtlich orientierungslos irren Individualtouristen irgendwo zwischen Burgtor, Natur- und Kunsthistorischem Museum umher und erkundigen sich bei Passanten, wo denn wohl die Hofburg sei. Dass sie unmittelbar davor stehen, bemerken sie nicht.

Wer würde auch erwarten, dass sich eine der größten und bedeutendsten Residenzen Europas als gleichsam gesichtsloses Konglomerat höchst unterschiedlicher Bauten präsentiert? Als wenig charakteristische Fassadenfront am Ende einer Hundewiese? Ohne weithin sichtbare oder auch nur markante Akzente und ohne prominente Sichtachsen, die den Blick aufs Wesentliche lenken würden?

Wahrzeichen sehen anders aus. "Unter den Palästen Wiens ist die Hofburg der merkwürdigste, aber nicht der schönste", formuliert schon


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