Diese Woche haben wir gelernt

Bemerkenswerte Stadt-Begebenheiten

Stadtleben | aus FALTER 38/10 vom 22.09.2010

... dass Badeschluss is'. Spät hat der Sommer begonnen, früh endet er. Am Sonntag schlossen die Wiener Freibäder. Triste Bilanz: 35 Badetage standen laut ORF 106 Schlechtwettertagen gegenüber; im Mai und September gab es (für warmduschende Stadtmenschen) überhaupt kein Freibad. Mit insgesamt 2,4 Millionen Besuchern kamen 30.000 weniger als 2009. Klimawandel, wo bist du?

? dass Wien Radstadt sein will. Vergangene Woche trat das Städtchen dem Netzwerk "City for Cyclists" bei, in dem zehn Städte von München bis Sevilla Erfahrungen austauschen. Lobbys begrüßen den Schritt. Indes ist der Radverkehr in Wien um 40 Prozent gewachsen - am stärksten in Innenbezirken, am schwächsten in Simmering und Favoriten (siehe auch S. 38).

? dass Bim-Surfen gefährlich ist. Was man sonst in Chicago 1951 verortet, versuchte laut Presse eine 20-Jährige in Floridsdorf. Sie wurde schwer verletzt, die Wiener Linien überlegen nun eine Aufklärungskampagne.

? dass Wiens Bürgerinitiativen auf Konfrontation zu SPÖ-Planungsstadtrat Rudolf Schicker gehen. In einer Pressekonferenz beklagte die Aktion 21, die für 40 Initiativen als Dachorganisation fungiert, Gefälligkeitswidmungen bei Großprojekten, undurchsichtige Strukturen und das geringe Maß an Bürgerbeteiligung in der Planungsphase. Zum "inhaltsleeren Formalakt" verkomme es laut Obfrau Herta Wessely; ein "demokratiepolitisches Missverhältnis" ortet der kritische Stadtplaner Reinhard Seiß. Steine des Anstoßes sind vor allem ein geplantes Einkaufszentrum anstelle des Meidlinger Komet-Hauses und Hochhauspläne auf dem Favoritner Monte Laa. Schicker nennt die Vorwürfe unhaltbar, die Aktion 21 würde sich damit selbst disqualifizieren.


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