Die Hilfsschülerin

Stadtleben | aus FALTER 38/10 vom 22.09.2010

Sie spielt Klavier, mag die Oper und das Theater. Die Geschichte von Elisabeth Kopetzky, die es mit Down-Syndrom an eine Hochschule geschafft hat

Porträt: Julia Ortner

Elisabeth Kopetzky hat etwas von einer Musterschülerin. Bis um eins in der Nacht büffeln, bis zum Abwinken dicke Ordner anlegen, da leuchten ihre Augen. Kopetzky, 50, eine kleine, schüchterne Frau, spricht langsam, jedes Wort ist überlegt, mit ruhiger Stimme. "Ich hätte ja gerne die B-Matura gemacht. Es war mein Traum, mich zu bilden", sagt sie. Gründlich, ordentlich, immer bedacht muss sie auch sein, um mit den anderen mithalten zu können. Auf diese Art versucht Kopetzky zu kompensieren, dass sie ihr eigenes Tempo hat. Sie macht alles etwas langsamer als andere Leute - ein Hauptmerkmal der Menschen mit Down-Syndrom.

Lernen ist für sie keine Quälerei, sondern ein Privileg. Mit 48 Jahren hat sie das geschafft, was für die meisten ihrer Freunde mit Behinderung unerreichbar ist: Kopetzky wird Studentin an der Pädagogischen


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