Von der Schönheit des Verzichts

Steiermark | aus FALTER 38/10 vom 22.09.2010

Im steirischen herbst macht sich der Pianist Marino Formenti auf die Suche nach Erleuchtung

Interview: Thomas Wolkinger

Ich habe mich nie als Musiker der Moderne verstanden. Für mich gibt es nichts Zeitgenössischeres als, Don Giovanni'", sagt Marino Formenti, der sich in den vergangenen Jahren aber gerade als virtuoser Interpret Neuer Musik von Olivier Messiaen bis Bernhard Lang einen Namen gemacht hat - zuerst als Pianist des Klangforums, mittlerweile mit seinen Solo-Programmen. Da stellt der gebürtige Italiener, der seit mehr als zwanzig Jahren in Wien lebt, freilich gerne alte Musik in vielschichtige Zusammenhänge zu neuesten Kompositionen, setzt Gesualdo zu Sciarrino oder spürt - wie im grandiosen Projekt "Kurtág's Ghosts" - den musikhistorischen Geistern nach, die durch György Kurtágs Kurzstücke spuken. Auch in der Aufführungspraxis überschreitet Formenti, den die Los Angeles Times mit dem Titel "Glenn Gould für das 21. Jahrhundert" geehrt hat, gerne Grenzen.

Falter: Sie werden


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