Kritiken

Blessuren und Achselhaar im Kammerspiel-"Cabaret"

Lexikon | aus FALTER 38/10 vom 22.09.2010

Willkommen, bienvenue, welcome! - der Hit aus Joe Masteroffs "Cabaret" zählt zum Grundrepertoire jedes Musicalschülers. Dass es sich dabei aber nicht um glitzi Tingeltangel handelt, sondern um eine bittere Geschichte (US-Schriftsteller trifft im schrillen Berlin der späten 20er-Jahre auf britische Gelegenheitssängerin, man lebt und liebt und alles geht trotzdem schief, bevor die Nazis alles kaputt machen), kriegt man erst im Gesamtzusammenhang mit. In den Kammerspielen ist nun eine Boutique-Version des Broadway-Klassikers von 1966 zu sehen: Band statt Orchester, kleines Ensemble, aber richtig gut. Die Showgirls haben Blessuren und Achselhaar, der Conferencier (Gaststar André Eisermann) ist fies wie nix, Ruth Brauer-Kvams klapprige Sally Bowles gewaltig gaga. Solide gemacht, mit echt guten Gruselmomenten. cw

Kammerspiele, Di, Mi 20.00


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