Hörbuch der Stunde

Lexikon | Anja Hirsch | aus FALTER 38/10 vom 22.09.2010

In 580 Minuten durch ein halbes Jahrhundert

Manche Bücher altern nie. Man schlägt sie auf, beginnt zu lesen, und sie verströmen noch den gleichen Charme wie vor Jahren, als man 18 war und eine Welt entdeckte. Isabel Allendes Roman "Das Geisterhaus", ihr Erstling von 1982, ist so ein Buch. Und auch wenn Kenner der lateinamerikanischen Literatur einem einreden konnten, es sei Trivialliteratur, spürt man sofort den alten Sog: Frauen, angeschlossen an die Welt der Magie, die sie mehr als andere wissen lässt; Männer mit brutaler Sinnlichkeit, die zwar Landstriche besiedeln helfen, aber doch letztlich kläglich scheitern würden ohne diese wunderbaren, nach Zitrone und Lavendel duftenden Frauen, Mütter, umfangenden Wesen. Klar, das sind Klischees, so wie die Vorstellung, Allende schöpfe ihre Geschichten aus uralter Quelle - man möchte sie sich aber doch nicht nehmen lassen.

Nach der Verfilmung von 1993 mit Meryl Streep und Jeremy Irons ist der Bestseller nun als Hörspiel zu erleben. Wenig


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