Buch der Stunde

Die alte Tante Teilnahmslosigkeit

Lexikon | Sebastian Fasthuber | aus FALTER 39/10 vom 29.09.2010

Da ist er wieder. Handelte sein letzter Roman, "Lunar Park", von einem gewissen Bret Easton Ellis und den Gespenstern aus "American Psycho", die ihn noch Jahre später heimsuchen, so legt Ellis mit "Imperial Bedrooms" ein Sequel seines Debüts "Less Than Zero" vor. Clay, der Erzähler von damals, kehrt um 25 Jahre älter, aber um nichts weiser nach Los Angeles zurück. Ellis selbst ist kürzlich von New York zurück nach L.A. gezogen und wohnt in derselben Straße, in der sein Erzähler ein Luxusapartment besitzt. Ach ja, so wie Ellis schreibt auch Clay Drehbücher.

Der inzwischen 46-jährige Kult- und Skandalautor verstrickt sich immer mehr in seiner eigenen Fiktion, wobei deren Grenzen zum Leben immer schon unscharf waren. Der Ennui der Kids im Debüt, die Aggression von Patrick Bateman, der Horror vacui der mittleren Jahre in "Lunar Park" - das alles las sich zu glaubwürdig, als dass man wirklich an die bloße Rollenprosa hätte glauben können. Und in seinen letzten Büchern streute


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