Freaks, harte Frauen und die raabtal Dirndln

Steiermark | Herwig G. Höller | aus FALTER 39/10 vom 29.09.2010

werkstatt2.10 in Steiermarks heimlicher Theatermetropole

Oberzeiring bleibt Großstadt in der steirischen Theaterlandschaft. Denn nächste Woche findet in den Wölzer Tauern einmal mehr das biennale Festival Werkstatt2.10 statt, das den Ort vier Tage lang in einen künstlerischen Ausnahmezustand versetzen wird. Nicht nur Einheimische, auch zahlreiche Gäste von auswärts wird es ins Theater ziehen. Das in der ehemaligen Silberbergbaugemeinde so ziemlich überall gespielt wird: Nicht nur in der tatsächlichen Theaterinstitution THEO, sondern auch in einem Drogeriemarkt, in einem Heuschober oder einfach in einem Zelt auf dem Parkplatz.

Von THEO-Chef Peter Faßhuber kuratiert, positioniert sich Werkstatt als ein Festival der Uraufführungen. Die werden oftmals auch vor Ort erarbeitet, es gibt einen guten Mix an lokalen und internationalen Positionen mit starker Tendenz zum Schrägen. Sabine Köhler und Heiki Ikkola von den Performance.DramateN aus Dresden geben da etwa eine Freakshow, das Puppentheater magdeburg erzählt in "Novecento" die Geschichte eines "Ozeanpianisten", der 27 Jahre lang sein Schiff nie verlassen hat.

Aber auch steirische Theatergruppen sind stark vertreten. Das Grazer theater im Bahnhof veranstaltet eine szenische Lesung von Boris Pasternaks "Doktor Schiwago". Regisseur und Autor Simon Windisch vom Grazer tao! erzählt in "Hart sein" die Geschichte zweier junger wie harter Frauen. Und die rabtaldirndln rekonstruieren im Stück "Zielsicher" einen Film, in dem sie sich mit der mittlerweile aufgelösten volkstümlichen Musikgruppe "Raabtal Dirndln" beschäftigen. Die hatten vor ein paar Jahren einmal gar gegen die Namensähnlichkeit der Schauspielerinnentruppe protestiert.

Oberzeiring, 6. -9. 10.


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